

Stahl wird in die Kategorien Werkzeugstahl und Baustahl unterteilt, je nach seiner technischen Anwendung. Werkzeugstahl (Ws), wird zur Herstellung für Werkzeugen eingesetzt, mit denen man u.a. Normteilen, wie Schrauben, Muttern, Rädern, Armaturen etc., sowie für Schneidewerkzeuge und Umformwerkzeuge herstellt. Im Englischen tool steel genannt, wird Werkzeugstahl auch zur Herstellung von Spritzgusswerkzeugen für Kunststoff und diverse Metalle verwendet.

Werkzeugstähle sind höher legierte Stähle, die eine hohe Verschleißfestigkeit, Härte, und teilweise hoher Warmhärte für Einsätze bei höheren Temperaturen aufweisen. Der unliegierte und niedrig-legierte Baustahl, der als Bewehrungsstahl und Betonstahl, sowie im Maschinenbau verwendet wird, hat einen Kohlenstoffgehalt von nur 0 – 0,6%. Zur Gewinnung von Werkzeugstahl werden in Europa hauptsächlich Schrotte eingeschmolzen, der somit zu einem äußerst nachhaltigen Werkstoff wird.
Stahlschrotte können mittels Lichtbogenofen (Elektrolichtbogenofen / Electric Arc Furnace EAF), aber auch durch Induktionsöfen erschmolzen werden. Bei der Stahlherstellung in einem Elektrolichtbogenofen sind jedoch Grafitelektroden erforderlich. Allerdings ist die Herstellung von Grafitelektroden sehr energieintensiv und eine schmutzig Angelegenheit und kann nur durch hohe Umweltauflagen in den Betrieben einigermaßen umweltverträglich dargestellt werden. In den letzten Jahren ist daher die Herstellung der Elektroden auch in Asien durch die hohen Standards deutlich aufwendiger und teurer geworden. Hersteller, die die Umweltauflagen in den vergangenen Jahren nicht erfüllen konnten, wurden von den Behörden, auch in Asien, weitestgehend geschlossen.
Lichtbogenöfen gibt es in Ausführungen als Gleichstrom- oder WechselstromofenStahlarbeiter am Lichtbogenofen / Electric Arc FurnaceGrafische Darstellung eines Lichtbogenofens, mit drei Elektroden von obenDie beiden Stahlkategorien unterscheiden sich hauptsächlich im Kohlenstoffgehalt. Durch den deutlich niedrigeren C-Gehalt bei den unlegierten und niedriglegierten Stählen im Vergleich zum Werkzeugstahl, ist somit nur eine deutlich geringere Härte erreichbar. Die unlegierten und niedriglegierten Stähle, die auch als Baustahl und Edelbaustahl bekannt sind, werden einer Einsatzhärtung oder einer Vergütung unterzogen. Je nach Möglichkeit und Einsatzzweck des Werkstoffs. Der Werkstoff 16MnCr5 ist z.B. ein typischer Einsatzstahl, der nur einer Einsatzhärtung unterzogen wird. Dies bedeutet, dass das Werkstück durch die Härtung an der Oberfläche und im Außenbereich die eingestellte Härte aufweist, im Kern jedoch immer noch relativ weich und zäh ist. Dadurch kann man an der Oberfläche des Werkstücks einen übermäßigen Verschleiß verhindern und durch die Zähigkeit im Kern ein Abreisen des Werkstückes bei größeren, unregelmäßig auftretenden Kräften, verhindern oder reduzieren.
[[DATEI:7707:50%]]Unlegierte Stähle, auch Baustähle genannt, werden in der Bauindustrie, z.B. als Stahlmatten, T-Träger etc., verwendet und eingesetzt. Diese Stähle sind nicht härtbar. Edelbaustähle werden meist als Produktionsmaterial für z. B. die Automobilindustrie und den Maschinenbau eingesetzt, da bei diesen Stählen eine gewisse Wärmebehandlung möglich und auch nötig ist um den Ansprüchen an die Teile gerecht zu werden. Aus Werkzeugstahl können Biegewerkzeuge, Ziehwerkzeuge, Stempel, Schneidplatten, Gesenke, Strangpressmatrizen usw. hergestellt. Je nach Einsatzzweck unterscheidet man die Werkzeugstähle in Kalt- und Warmarbeitsstähle.
Im Gegensatz zu unlegiertem, wird legierter Werkzeugstahl für hoch beanspruchte Werkzeuge verwendet, denn er ist vollständig durchhärtbar. Er verzieht sich beim Härten nur wenig. Durch die entsprechende Legierungslage kann ein Werkzeugstahl eine Härte von bis zu 64 HRC erreichen. Dadurch können aus ihm hoch beanspruchte Werkzeuge hergestellt werden. Als Legierungselemente enthält dieser Stahl Mangan, Chrom, Molybdän, Wolfram, Vanadium und Nickel. Legierter Werkzeugstahl wird auch in die Untergruppen Kaltarbeitsstahl und Warmarbeitsstahl unterteilt. Die STAHL-Handels GmbH E. Matz hält sowohl Kaltarbeitsstahl als auch Warmarbeitsstahl in einem gut sortierten und umfangreichen Lager, Als Rund-, Flach- und Virkantmaterial für Sie bereit.
Stahl ist langlebig, gut form- und verarbeitbar und kann ohne Qualitätsverlust wiederverwertet werden (Multirecycling / Stahl-Recycling). Voraussetzung für das Stahl-Recycling ohne Qualitätsverlust ist der Einsatz von sortenreinen Schrotten. Somit muss die Schmelze nicht teuer, durch den erhöhten Zusatz von einzelnen Legierungselementen, auflegiert werden.
Der Einsatz von Stahlschrott als Sekundärrohstoff in der Stahlerzeugung nimmt weiter zu und so bildet Stahl-Recycling inzwischen einen wichtigen Teil der Wertschöpfungskette.
Laut der Internetplattform stahl-online.de, der Wirtschaftsvereinigung Stahl und Stahlinstitut VDEh ist „Stahl das am meisten wiederverwertete Material weltweit. Jede Tonne eingesetzter Stahl- und Eisenschrott vermeidet den Abbau von 1,5 Tonnen Eisenerz. Eisenhüttenschlacken ersetzen Kalkstein, Kies und andere Naturmaterialien“.
Weltweit werden ca. 1 Mio. Tonnen Werkzeugstahl verbraucht. Besonders hoch ist die Nachfrage nach Werkzeugstahl derzeit in China.